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Es war einmal eine gute Hexe, die hiess Saba. Sie war sehr traurig weil niemand mit ihr Freund sein wollte. Kinder, Mütter und Väter, alle hatten Angst vor der Hexe und liefen davon, wenn sie sie sahen. Daher entschloss sich die gute alte Saba in den Wald zu ziehen und dort Freunde unter den Tieren zu suchen.
Sie fand einen grossen Laubwald, in dem sie sich ein hübsches Häuschen zauberte: mit weissen Mauern, einem roten Dach, blauen Gardienen und bunten Blumen vor den Fenstern. Die Hexe liebte alles sauber und ordentlich zu haben, und daher schrubbte und fegte sie ihr Häuschen blank. Dann ging sie weiter in den Wald hinein, um sich Freunde zu suchen.
Nach kurzer Zeit sah sie ein kleines Häschen, graubraun, mit weissem Schwanz. Plötzlich aber schoss ein Adler vom Himmel, packte das Häschen und wollte es davon tragen, Die Hexe hielt das kleine Tier fest und schlug den Adler mit ihrer Faust auf den Kopf. Der flog zurück, auf zum Himmel und konnte nur einen Ohrzipfel vom Häschen mitnehmen, den hatte er nämlich abgerissen. Das Häschen schrie vor Schmerz. Da kam die Hasenmama, sah ihr verwundetes Kind bei der Hexe und rief ihrem Hasenkins zu: "Komm schnell, schnell mit mir nach Hause, die böse Hexe hat dir einen Ohrzipfel abgebissen!"
Nun stand die arme Saba wieder alleine da.
Die gute Hexe ging ein Stück weiter in den Wald hinein. Da begegnete ihr ein Rehkitz, ein kleines Rehlein. Das humpelte auf drei Beinen. Im vierten Beinchen sass ein Dorn, das tat weh. Saba sah das gleich, zog den Dorn mit ihren langen, dürren Fingern heraus und band ihr Taschentuch um die Wunde. Kaum hatte sie das getan, kam der Rehpapa. Der sah die Hexe bei seinem Kindlein knieen. "Was machst du da mit meinem Kind!" rief er und stiess sein Gehörn so fest in den Rücken der armen Saba, dass sie umfiel. Als sie sich wieder aufgerichtet hatte, waren der Rehpapa und sein Junges verschwunden.
Da ging die gute Saba noch ein Stück weiter in den Wald hinein und begegnete drei kleinen Füchsen. Die spielten zusammen.
"Ich setz mich nur ein bisschen, um den kleinen Dingern zuzuschauen", dachte Saba. Die Füchslein aber fanden den Besuch sehr interessant, und da Saba viele Röcke trug, im Ganzen waren es 32, spielten die Füchslein in den 32 Röcken der guten Alten. Das war sehr lustig für die Füchslein und für Saba. Aber als es gerade am schönsten war, kamen die Fuchseltern. Sie zogen ihre drei Kinder aus den 32 Röcken und jagten sie in den Fuchsbau. Dann kamen sie zurück, kläfften Saba an und bissen sie sogar ins Bein. Oh! das tat sehr weh!
Die arme Saba hinkte nach Hause. Sie war sehr traurig,. Auch im Wald gab es keine Freunde für sie. Sie ging in ihr Häuschen, schloss die Tür hinter sich und setzte sich in ihren Lehnstuhl.
"Warum soll ich putzen und schrubben, wenn doch keine Freunde zu mir auf Besuch kommen?" sagte sie. Saba sass still und traurig in ihrem Lehnstuhl und weinte ein bisschen vor sich hin. Sie weinte, rührte sich nicht und schlief ein.
Da kam der Efeu vom Wald und rankte sich fest um das Häuschen, immer fester und verschloss die Haustür.
Da kamen die Sträucher vom Wald, wuchsen um das Haus und überwucherten die Fenster mit ihren Blättern.
Da kam ein Mäusepaar vom Wald, sah das Häuschen, stieg aufs Dach und kletterte durchs Kamin hinunter in die Stube.
"Hier ist es gut für uns, hier gibt es keine Katze", sagte der Mäuserich.
"Hier ist es gut für uns, hier gibt es viel zu nagen und zu essen", sagte die Mäusin. Und das Mäusepaar blieb hier und bekam 16 kleine Mäusekinder. Die 16 kleinen Mäusekinder wurden gross und hatten jedes wieder 16 kleine Mäusekinder. So wuchs die Familie.
Die Mäuse frassen alle Vorräte von Saba auf, und als nichts mehr zu essen da war, nagten sie die Stühle, den Tisch, den Besen an. Nur den Lehnstuhl, in dem die gute alte Saba sass und schlief, liessen sie stehen.
Da hörten die Mäuse plötzlich "krock . krock - krock". Was war das? Ein graubrauner Hase mit einem weissen Schwanz hatte den Efeu von der Haustür weggenagt.
Und noch einmal "krock - krock - krock": ein Rehlein frass die Blätter vor den Fenstern.
Und nun flog auf einmal die Tür auf und drei Füchse stürmten ins Häuschen. Jeder stürzte sich auf eine Maus und biss sie tot. Die anderen Mitglieder der grossen Mäusefamilie flohen so schnell sie konnten in den Wald.
Wer waren das Häschen, das Rehlein und die Füchse? Dem Häschen fehlte ein Ohrzipfel, das Rehlein trug noch das Taschentuch um das Bein gebunden, und die drei Füchse spielten schon in den 32 Röcken der guten Saba.
"Oh, ihr meine guten Freunde! habt ihr mich nicht vergessen?" sagte Saba. "Aber bei mir sieht es wüst aus! und ich habe auch gar nichts zu essen für euch, meine lieben Gäste. Was machen wir da bloss?"
Da fiel ihr endlich wieder ein, dass sie ja eine Hexe war und zaubern konnte. Und rasch zauberte sie ein nagelneues Häuschen und einen gedeckten Tisch. Und zum Essen zauberte sie eine grosse Schüssel Salat mit Würstchen garniert, damit jeder ihrer lieben Freunde etwas hatte, was ihm schmeckte.
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