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Der Weihnachtsstern
Die folgende Geschichte ist natürlich ganz und gar nicht wahr, das merkt ein jeder sofort. Wie kann Herr Alexandre ganz alleine ein Raumschiff bauen
In einem fremden Land lebte ein sehr kluger Mann, er hiess Herr Alexander.Herr Alexander hatte einen grossen Traum: er wollte mit einer Rakete die Sterne besuchen und erforschen. Herr Alexander sass Tag für Tag und Nacht für Nacht über seinen Plänen und nach langer Zeit und harter Arbeit hatte er ein Raumschiff gebaut. Aber über dieser Arbeit war Herr Alexander nicht nur zu alt geworden, um selber zu den Sternen zu fliegen, er hatte auch all sein Geld ausgegeben und konnte keine ausgebildeten Astronauten bezahlen. Daher behalf er sich mit zwei Burschen, die mutig und unternehmungslustig waren und zu gerne das Raumschiff von Herrn Alexander ausprobieren wollten. Nur waren die zwei Jungen während ihrer Schulzeit sehr schlechte Schüler gewesen. Sie waren zwar klug und hatten einen hellen Kopf, aber sie passten nie auf, wenn der Lahrer etwas sagte, sie gaben nie acht, wenn etwas besprochen wurde. Hans und Peter, so hiessen sie, waren leider immer schrecklich unaufmerksam.
Und nun passten die Beiden überhaupt nicht auf, als Herr Alexander ihnen sein Raumschiff erklärte und zeigte, wie es betrieben werden musste.
So nahmen Hans und Peter eines Morgens Abschied von Herrn Alexander, stiegen in das Raumschiff und schossen in den Himmel hinein.
Da sagte Peter: "weisst du eigentlich auf welchem Stern wir landen sollen?"
"Ich", erwiderte Peter, "Ich habe keine Ahnung, ich dachte du hättest gut acht gegeben, als Herr Alexander uns alles erklärte. "
Hans und Peter machten dumme Gesichter, aber sie dachten: "irgendwo werden wir schon landen."
Und wirklich setzte sich die Rakete mit einem Riesenruck auf einen Stern und blieb dort stehen. Hans und Peter stiegen aus, sahen sich um.
Alles war fremd, das Licht, die Farben, die Formen. Es gab keine Bäume, keine Blumen, keine Schmetterlinge.
"Wo sind wir? wo sind wir?" riefen die Jungen.
Eine tiefe Stimme antwortete: "ihr seid auf dem Planeten Mars, hier wohnt Mars, der Herr der Krieger!"
Schon sahen die beiden Astronauten eine Schar bunter Krieger, die miteinander kämpften, rangen, fochten. Es war so spannend wie beim Fernsehen, und Hans und Peter feuerten die Kämpfer mit lauten Rufen an. Als die aber die Jungen erblickten, stürzten sie sich alle auf diese, und Hans und Peter hatten grosse Mühe sich noch rechtzeitig in ihr Raumschiff zu retten. Sie schlossen die Türe gut zu und drückten auf alle Knöpfe am Schaltbrett, bis sich die Rakete erhob und einem anderen Stern zuflog.
Auch dort verlief die Landung glatt und die Astronauten stiegen aus, sahen sich um.
Alles war fremd: das Licht, die Farben, die Formen. Es gab keine Bäume, keine Blumen, keine Schmetterlinge.
"Wo sind wir? wo sind wir?" riefen die Jungen. Eine liebliche Frauenstimme antwortete: "ihr seid auf dem Planeten Venus! Hier wohnt Venus, die Herrin der Schönheit. Willkommen auf Venus!"
Und schon sahen die Beiden eine Reihe wunderschöner Mädchen, die sich tanzend und lachend zu amüsieren schienen.
Die zwei Jungen näherten sich schüchtern den hübschen Mädchen, und diese winkten ihnen näher zu kommen. Hans und Peter wollten den Mädchen die Hand geben. Aber sobald sie die Erste berührt hatten, war - hast dus nicht gesehen - die ganze Mädchenschar verschwunden. Nur noch ein spöttisches Gelächter war zu hören. Enttäuscht und beschämt bestiegen die Beiden ihr Raumschiff, schlossen die Türe gut zu, drückten auf allen Knöpfen am Schaltbrett herum und schossen weiter durch den Himmel, diesmal bis zu Merkur. Die Astronauten stiegen aus, sahen sich um.
Alles war fremd: das Licht, die Farben. die Formen. Es gab keine Bäume, keine Blumen, keine Schmetterlinge.
"Wo sind wir? wo sind wir?" riefen die Jungen. Eine kräftige Männerstimme antwortete: "Ihr seid auf dem Planeten Merkur. Hier herrscht Merkur, der Herr der Boten."
Und schon kam ein ganzes Heer von Briefträgern, zu Fuss, mit Fahrrad, mit Mopet, im Auto auf sie zu. Ein Oberpostmeister verneigte sich höflich vor den Jungen, hängte jedem eine Briefträgertasche um und bedeutete ihnen sich in das Briefträgerheer einzureihen. Dazu hatten Hans und Peter gar keine Lust. Sie nahmen Reissaus, bestiegen ihr Raumschiff und sausten ab.
Doch die zwei Astronauten begannen bange zu werden. Sie hatten keine Ahnung wie sie je wieder auf die gute Erde zurückkommen konnten.
Endlich landeten sie auf einem vierten Stern. Sie stiegen aus, sahen sich um:
Hier gab es Bäume, Blumen, Schmetterlinge.
Sie standen auf einer grünen Wiese, auf der eine Herde Schafe weidete. Auch eine Gruppe Hirten war in der Nähe. Kinder spielten und lachten.
"Endlich sind wir wieder zu Hause, auf unserer Erde!" riefen Hans und Peter. Doch die Hirten schüttelten den Kopf. "Nein, ihr seid nicht auf eurer Erde, ihr seid auf dem Weihnachtsstern. Unseren Stern gibt es nur im Winter und da ist dann immer Weihnachten. Kommt mit uns, wir zeigen euch den Stall von Bethlehem."
Die Jungen rieben sich die Augen: da stand wirklich ein Stall und in diesem waren Maria und Josef und das Kindlein. In einer Ecke lag der Ochs und neben ihm stand der Esel. Auch zwei, drei kleine Engel waren zu sehen. Der eine hatte eine Posaune in den Händen. Es war genau so wie die Krippe unterm Weihnachtsbaum zu Hause, nur waren hier keine Puppen. Alle, Maria, Josef, das Kindlein, der Ochs und der Esel, die Englein, waren lebendig.
Maria lächelte Hans und Peter zu: "Willkommen auf dem Weihnachtsstern! Wir haben schon von euch gehört. Ihr seid eine ganze Weile unterwegs, und ich kann mir denken, dass eure Eltern sich sehr um euch ängstigen Ihr solltet so rasch wie möglich auf die Erde zurück, ihr Zwei."
Die Jungen brachen in Tränen aus. "Wir wollten das so gerne, aber wir haben bei Herrn Alexanders Erklärungen seines Raumschiffs gar nicht aufgepasst und wissen nicht wie wir seine Rakete bedienen müssen. Ohne Hilfe kommen wir nie mehr auf unsere Erde zurück."
Da wusste Josef sofort Rat:"Ich führe euch zu unseren drei Weisen aus dem Morgenland. Gaspard, Melchior und Baltazar sind gelehrte Wissenschaftler und können euch sicher helfen." Und wirklich waren die drei Könige, die schon seit zweitausend Jahren die Sterne studierten, hocherfreut, so ein modernes Raumschiff aus der Nähe zu sehen. Sie brauchten nicht lange, um alle Schalter, Hebel und Schrauben zu verstehen. Sie fanden die Rakete wundervoll und wären am liebsten selbst eingestiegen. Aber die Erzengel standen mit feurigen Schwertern bei den drei heiligen Königen und bewachten sie. Gaspars, Melchior und Baltazar gehörten auf den Weihnachtsstern und mussten auch hier bleiben.
Diesmal, als die drei Weisen aus dem Morgenland Hans und Peter die Bedienung und das Steuern des Raumschiffs erklärten, gaben die beiden Jungen genau acht und vertstanden alles, was ihnen gesagt wurde.
Hans und Peter nahmen Abschied von den Bewohnern des Weihnachtssterns, dankten den drei klugen Königen und sausten glücklich zur Erde zurück.
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